Ahe-Hammer
Der Ahe-Hammer, vermutlich zwischen 1650 und 1670 erbaut, produzierte bis Mitte des 19. Jahrhunderts Osemundeisen zur Drahtherstellung. Als museales Schaustück erhalten, zeigt er heute seine Funktionsweise: Wasserräder treiben Hämmer und erzeugen Wind für Schmiedefeuer.
Der Ahe-Hammer im Tal der Schwarzen Ahe stellt ein bedeutendes Zeugnis frühindustrieller Kultur Nordrhein-Westfalens dar. Nach Ablösung des Osemunds durch Puddelstahl wurde der Ahe-Hammer 1883/1884 zur Erzeugung von Produkten wie Zieheisen und Breite Waren umgebaut. In dieser Form präsentiert er sich heute den Besuchern. Bis 1941 wurde am Ahe-Hammer produziert, dann wurde er geschlossen und Anfang der 1950er Jahre renoviert und für den Schaubetrieb wiedereröffnet. Heute ist der Ahe-Hammer der letzte noch am Originalstandort vorhandene Zeuge der ehemals im Süderland, dem heutigen Sauerland, beheimateten Osemundindustrie.
Der Ahe-Hammer steht seit 1984 unter Denkmalschutz und ist seit 2013 Eigentum der Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur. Er umfasst ein Bruchstein-Fachwerk-Gebäude mit einer wertvollen technikhistorischen Ausstattung in Form eines durch Wasserkraft betriebenen Hammerwerks. Erhalten sind zwei oberschlächtige Wasserräder, die dem Antrieb der Hämmer und einer Kolbenpumpe zur Winderzeugung für die Schmiedefeuer dienen. Zum Denkmalumfang gehört zudem ein mit drei Wehren für den Zulauf und einem Mönch für den Ablauf ausgestatteter Hammerteich, der durch die Schwarze Ahe gespeist wird.
Der Ahe-Hammer ist ein lebendiger Ort, an dem historische Schmiedekunst noch heute erlebbar wird. Der Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V. öffnet den Hammer für Besucherinnen und Besucher und bietet Führungen mit eindrucksvollen Schmiedevorführungen an. Von April bis September lädt ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm dazu ein, das historische Denkmal zu entdecken, dem Feuer und den schweren Hämmern bei der Arbeit zuzusehen und Geschichte hautnah zu erleben.
Ein Besuch im Ahe-Hammer verbindet Industriekultur, Handwerk und lebendige Geschichte – und macht anschaulich, wie einst mit Wasserkraft und Muskelkraft gearbeitet wurde.
Text: Dr. Michael Eckhardt / Förderverein Osemunddenkmal Ahe-Hammer Herscheid/Werdohl e.V.
Zugang zum Ahe-Hammer zu den angegebenen öffentlichen Terminen (https://www.ahehammer.de/Veranstaltungen/) und nach Absprache mit dem Förderverein. Kontakt: Manfred Buchta Tel: 0171 8311 432 foerderverein@ahehammer.de
An der L879 zwischen Herscheid und Werdohl gelegen, Adresse fürs Navi: Schwarze Ahe 19, 58849 Herscheid
Kontakt & Anfahrt
Schwarze Ahe 19
Herscheid 58849
0231/9311220
foerderverein@ahehammer.de
http://ahehammer.de/