Mit Geduld, Know-how und Moneten

Carl Berg und die Luftschiff-Projekte im Deutschen Kaiserreich


Carl Berg ist bereits erfolgreicher Unternehmer in Lüdenscheid, als er Aluminium für sich entdeckt und beginnt, Produkte aus eigenen Aluminiumlegierungen herzustellen. Er entwickelt daraus zum Beispiel Feldbesteck und -geschirr für das Militär. Als ihn 1892 David Schwarz anspricht, ein technischer Autodidakt, der ein Luftschiff aus Aluminium bauen möchte, ist Berg Feuer und Flamme. Fasziniert von der Idee und dem Traum vom Fliegen, investiert er über Jahre sehr viel Geld in ein gemeinsames Unternehmen – das, was man heute Risikokapital nennen würde. Und darüber hinaus den Grips seiner Ingenieure.  

Carl Berg ließ die Taschenuhr aufschnappen. Melanie Schwarz verspätete sich. Vielleicht lag es in der Familie. Auch ihr Ehemann, David Schwarz, hatte ihn häufig warten lassen. Schwarz, dessen geniale Idee eines starren, lenkbaren Luftschiffs ihre Zusammenarbeit begründet hatte. Doch er schalt sich ob seiner Kleinlichkeit. Madame Schwarz‘ Lage war traurig und prekär genug. Berg klappte die Taschenuhr zu und bestellte einen weiteren Verlängerten. Der dünne Kaffee würde ihm die Wartezeit vertreiben.

 


Eine schwierige Beziehung

Seit ihrem ersten Kooperationsvertrag im Sommer 1892 hatten seine Ingenieure Schwarz‘ ursprünglichen Entwurf eines starren Luftschiffs aus Aluminium jahrelang überarbeitet. Sie hatten kontinuierlich entscheidende Konstruktionsarbeit geleistet und an der Flugfähigkeit des Geräts gearbeitet.

Mit den aus Carl Bergs Fabrik gelieferten Bauteilen aus Aluminium hatte Schwarz dann Anfang 1896 in Berlin endlich begonnen, sein zweites starres Luftschiff bauen lassen. Dabei war es allerdings – auch wegen gesundheitlicher Probleme des Luftschiffbauers – immer wieder zu Verzögerungen gekommen.

Ein erstes Modell war angeblich in St. Petersburg bereits in der Luft gewesen.


Dass Schwarz ihn hinsichtlich des Baus seines ersten Luftschiffs für das russische Militär ganz offensichtlich belogen hatte, dass sein dortiger Flugversuch gescheitert war und er hatte fliehen müssen, hatte Bergs Vertrauen dann bis in die Grundfeste erschüttert. Erst vergangenen Sommer, während sich die Vorbereitungen für den Flugversuch ihres gemeinsamen Projekts immer weiter verzögerten, hatte er davon erfahren. Nach vierjähriger Zusammenarbeit und enorm hohen Investitionen seinerseits. 

Eben diese Investitionen bewegten Berg, weiterzumachen. Denn das Geld und auch die Arbeit seiner Ingenieure vollständig zu verlieren, kam für ihn nicht in Betracht. Im September hatten Schwarz und er das Luftschiff dann gemeinsam in Berlin Tempelhof inspiziert und den Start für den 9. Oktober 1896 festgelegt. Schließlich brauchten sie den Beweis, dass das Luftschiff flog, um sich die Erfindung und Umsetzung patentieren zu lassen. Zwar sahen er und seine Ingenieure noch einige Mängel, aber Schwarz ließ sich in manchen Punkten nicht von Änderungen überzeugen.

Als dann die Konstruktion auf dem Tempelhofer Feld für den Flug vorbereitet werden sollte, waren neue Probleme aufgetreten. Der erste Versuch, den Hohlkörper mit Wasserstoff zu füllen, misslang. Beim zweiten Versuch war der Druck bei der Befüllung zu stark erhöht worden und die Aluminiumbespannung zerriss. Ein herber Rückschlag, für Schwarz ebenso wie Berg, der in Lüdenscheid geweilt hatte. 

Sicher war das Gas nicht von bester Qualität gewesen und sicher musste man den Druck während der Gaszufuhr optimieren. Doch auch bei der Bespannung des Hohlkörpers galt es nachzubessern. Bergs Ingenieure arbeiteten bereits daran. Der neue Flugversuch hätte gleich nach der witterungsbedingten Winterpause stattfinden sollen.


Die tapfere Madame Schwarz

Berg war versucht, sich die berühmte Torte des Hauses Sacher zu bestellen, doch das wäre der erwarteten Dame gegenüber äußerst unhöflich. Seine Gedanken schweiften ab. Sonst stets sachlicher Geschäftsmann konnte er dem Vertrauensverlust und dem Misserfolg zum Trotz vom Traum des Fliegens nicht lassen. Schwarz‘ Idee war lange Zeit sein Vehikel gewesen. So mancher Lüdenscheider nannte ihn hinter vorgehaltener Hand Ikarus. Sei ’s drum. Er würde nicht abstürzen, denn er glaubte fest an Luftschiffe – und daran, dass sie seinem Vaterland noch sehr viel nützen könnten. Seit dem Sommer war er außer mit Schwarz mittlerweile auch mit einem weiteren Luftschiff-Pionier in Kontakt: Ferdinand Graf von Zeppelin, zu dessen Unterstützung zum Jahreswechsel immerhin der Verein Deutscher Ingenieure aufgerufen hatte. 

Dass Schwarz hier in Wien vor einer guten Woche so unerwartet verstorben war, warf das gemeinsame Unternehmen ein weiteres Mal zurück. Die Verbesserung der Konstruktion war so gut wie abgeschlossen, doch wie es mit dem Bau des Luftschiffes weitergehen sollte, war noch nicht klar. Dass seine Witwe ihn so schnell um eine Unterredung bat, hatte Berg überrascht. Doch letztlich begrüßte er den frühen Zeitpunkt, denn er musste sie über das weitere Vorgehen informieren. 

Berg ließ die Taschenuhr in der Linken wieder aufschnappen, schaute aufs Ziffernblatt und rieb sich mit der Rechten die Augen. In diesem Moment trat Melanie Schwarz durch die Drehtür ins Foyer, ganz in Schwarz, mit Trauerschleier am Hut.  

Er ging ihr entgegen, verbeugte sich zum Handkuss. „Meine Verehrung, gnädige Frau, und mein tief empfundenes Beileid“, begrüßte er sie. „Kommen Sie, und nehmen Sie Platz.“ Er geleitete sie zum Tisch. „Danke, mein lieber Herr Berg“, erwiderte sie und lüftete den Schleier, ihre Augen waren leicht gerötet. „Und ebenfalls vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen. Es gibt Wichtiges zu besprechen.“

Berg gab dem Kellner ein Zeichen, der umgehend am Tisch erschien. „Sie nehmen sicher einen Kaffee und ein Stück Torte?“ Sie nickte und sagte: „Ein Einspänner und eine Sacher, bitte.“ Ihrer Wahl schloss er sich gerne an. Denn den starken Kaffee mit Sahnehaube – Obers, wie man hier sagte – erhielt man in den Lüdenscheider Kaffeehäusern nicht.


Eine erneuerte Abmachung

„Liebe Madame Schwarz, in dieser unerwarteten Situation möchte ich Sie meines Beistands versichern“, begann er. „Selbstverständlich kann die Familie Schwarz weiterhin auf meine Unterstützung zählen.“ Melanie Schwarz nickte. „Das hilft uns sehr“, sagte sie. „Wichtig ist jetzt jedoch auch, dass die Vorbereitungen für einen weiteren Flugversuch unternommen werden. Ohne ihn erhalten wir das Patent niemals. Wie geht es denn mit den Arbeiten an der Bespannungskonstruktion voran?“  Der Kellner servierte ihnen ihre Gedecke. Berg überspielte seine Überraschung, dass sie die Details so gut kannte, indem er vorsichtig am Einspänner nippte. 

„Sehr gut geht es voran“, antwortete er dann. „Die verbesserte Konstruktion können wir bereits im Februar vorlegen. Im Anschluss beginnen wir, die neuen Bauteile herzustellen.“ Melanie Schwarz nickte. „Ich habe bereits die Facharbeiter meines verstorbenen Mannes kontaktiert, mit denen er sehr verbunden war. Sie verstehen?“, sagte sie. „Ich musste sie ja über den Tod meines Mannes in Kenntnis setzen. Alle stehen unseren Unternehmungen weiterhin zur Seite.“ 

Insgeheim zollte er Madame Schwarz Respekt, er hatte sie unterschätzt. Es war immer Schwarz‘ Aufgabe gewesen, die Arbeiter für den Bau des Luftschiffs in Berlin einzustellen. Sie nach seinem Ableben quasi persönlich anzusprechen, würde die erfahrenen Männer dem Luftschiffbau nicht nur als Arbeitskräfte für den erneuten Flugversuch zurückbringen, sondern auch ihre Loyalität fördern.

„Das sind wahrlich gute Nachrichten in diesen traurigen Tagen“, bestätigte Berg. „Dann kann der Bau des Luftschiffs ja sehr bald beginnen.“ Melanie Schwarz nickte erneut, während sie weiter von der Torte naschte.

„Ja“, sagte sie. „die Arbeiter müssen nur wissen, wann die Bauteile geliefert werden.“ „Einen genauen Termin kann ich Ihnen nennen, sobald die Teile gefertigt sind. Wie Sie sicher wissen, setzen wir alle Teile zur Probe zusammen. So können wir garantieren, dass unsere Lieferung vollständig per Eisenbahn auf die Reise nach Berlin geht.“

Melanie Schwarz‘ Situation war klar: Sie musste sicherstellen, dass das Erbe ihres Mannes die Familie weiterhin ernährte – auch wenn es zunächst weiterhin Bergs Kapital war, das dafür aufkam. So vereinbarten die beiden, während sie Kaffee und Torte verspeisten, weitere Einspänner und Verlängerte bestellten, dass nach dem Gelingen des Aufstiegs der Ertrag aus dem Verkauf der Luftschiffe bzw. aus sonstiger Verwertung zwischen ihnen geteilt würde – nach Rückerstattung von Bergs Auslagen. 


Ein pompöser Abschied

„Ich danke Ihnen nochmals“, verabschiedete sich Melanie Schwarz schließlich. „Ich sehe Sie beim Begräbnis?“ „Gewiss, meine liebe Madame Schwarz“, sagte Berg. „Unsere Vereinbarung geht Ihnen in den nächsten Tagen schriftlich zu. Meine Hochachtung.“ Wieder verbeugte er sich zum Handkuss. Sie nickte ein letztes Mal, lächelte und verschwand durch die Drehtür. Er sah ihr nach und wandte sich dann an den Portier. „Ein Telegramm nach Lüdenscheid, bitte.“

Wie gut der aus Zagreb stammende David Schwarz in Wien vernetzt gewesen war, zeigte sich zwei Tage später beim Trauerzug. Die Stadt Wien hatte ihm ein Ehrenbegräbnis ausgerichtet, das Carl Berg in Erstaunen versetzte. 

Mit Pomp und unter großer Anteilnahme wurde Schwarz auf dem Wiener Zentralfriedhof beigesetzt. Berg drückte Familie Schwarz – der Witwe und ihren drei Kindern – erneut sein Beileid aus und bereitete anschließend seine Abreise vor.

Zurück in Lüdenscheid setzte er sich mit seinen Ingenieuren in Verbindung, um sich nach dem Stand der überarbeiteten Konstruktion zu erkundigen. Alles lief bestens und nach einem Gespräch mit seinem Justiziar konnte auch der Vertrag an Melanie Schwarz verschickt werden. Die weilte inzwischen bereits in Berlin, um sich um die Vorbereitungen in Tempelhof zu kümmern. Die Chemischen Fabriken hatten ausgerechnet an Schwarz‘ Todestag angekündigt, einwandfreies Gas liefern zu können. 


Wie die Geschichte weiterging

Weder Carl Berg noch Melanie Schwarz hätten erwartet, dass der neue Flugversuch noch ein dreiviertel Jahr auf sich warten lassen würde. Denn nachdem alle technischen Hürden ausgeräumt waren, zeigte sich eine weitere Herausforderung: Niemand schien wagemutig genug, das Luftschiff zu steuern. Den Part des Piloten hatte selbstverständlich Schwarz übernehmen wollen. Schließlich fand sich doch noch ein ehemaliger Unteroffizier der Luftschifferabteilung des Militärs. Ernst Jagels wollte den Flugversuch gegen entsprechende Vergütung am 3. November 1897 unternehmen. 

An jenem Tag sah zunächst alles nach einem durchschlagenden Erfolg aus. Das Aluminiumluftschiff stieg auf, Jagels startete den Motor: Elegant steuerte er es eine Runde über das Tempelhofer Feld. Doch dann löste sich ein Riemen, das Luftschiff war nicht mehr lenkbar. In Panik ließ der Fahrer den Großteil des Gases ab.

Zunächst schien das Luftschiff flexibel genug, eine Bruchlandung abzufangen. Doch dann sprang Jagels ab, die Konstruktion wurde vom Wind erfasst und letztlich schwer beschädigt. 



Am Rand des Tempelhofer Feldes hatte der Beobachter Ferdinand Graf von Zeppelin das Schauspiel gebannt verfolgt, die Werkstatt durfte er als Konkurrent natürlich nicht betreten. Schließlich verfolgte er seit Jahrzehnten eigene Ideen für den Bau eines starren, lenkbaren Luftschiffes. Melanie Schwarz jedoch sandte dem abwesenden Carl Berg noch am selben Tag ein optimistisches Telegramm nach Lüdenscheid. Immerhin hatten sie bewiesen, dass ihr gemeinsames Projekt geglückt war: Das Luftschiff konnte mit Gas befüllt werden, es war geflogen und es hatte sich steuern lassen. 

Doch diese Einschätzung teilten außer Berg – inzwischen zum Kommerzienrat avanciert – und Familie Schwarz wenige. Zumindest niemand, der seinen Einfluss hätte geltend machen können. Und so fehlte die Unterstützung seitens des Kaisers ebenso wie die seitens des Militärs. Versuche, ein weiteres Luftschiff über Banken oder Industrielle finanziert zu bekommen, scheiterten. Letztlich war auch Berg nach den hohen Auslagen von mehr 200.000 Mark nicht mehr bereit, weitere Gelder zu investieren. Und so wurde das Unternehmen beendet, die Trümmer des Luftschiffs nach Eveking bei Lüdenscheid transportiert und eingeschmolzen.  


Licht am Horizont

Doch bald zeigte sich eine neue Perspektive für Berg wie für die Schwarz-Erben: Mitte 1898 schloss sich Carl Berg mit Ferdinand Graf von Zeppelin zusammen, der seit den 1870er Jahren die Entwicklung eines starren Luftschiffes verfolgt hatte. Der Graf stellte jedoch die Bedingung, dass die rechtlichen Verhältnisse zwischen Carl Berg und Schwarz‘ Erben geklärt sein müssten. Dies bedeutete im Vorfeld langwierige Verhandlungen mit Melanie Schwarz und den Anwälten ihrer Kinder, doch schließlich kam man zu einer Einigung.

Die Schwarz‘ erhielten eine Entschädigung und sollten an künftig verkauften Luftschiffen beteiligt werden, dafür durften die Erfahrungen aus den früheren Konstruktionen in die Entwicklung einfließen.

Ferdinand Graf von Zeppelin und wiederum die Carl Berg OHG als Hauptinvestoren sowie weitere Geldgeber gründeten in Stuttgart die Aktiengesellschaft zur Förderung der Luftschiffahrt mit einem Grundkapital von 800.000 Mark. Carl Bergs Ingenieure begannen sogleich mit der Überarbeitung und Verbesserung des ersten Luftschiffs Zeppelin (LZ). Die Bauteile wurden ab 1898 im Werk Eveking hergestellt, die Montage von Zeppelins Luftschiffen sollte künftig in einer neuen Halle in Lüdenscheid erfolgen. Im Juni und Oktober 1900 unternahm das LZ-1 drei erfolgreiche Fahrversuche über dem Bodensee. Doch dann ging der Gesellschaft das Geld aus, sie wurde im November desselben Jahres aufgelöst. Damit verloren nicht nur Graf Zeppelin und Carl Berg ihre Einlagen, sondern auch die Schwarz-Erben jegliche Hoffnungen und Ansprüche auf mögliche Gewinne.


Mehrere Jahre konnten sich Graf von Zeppelin und Berg nicht über ein mögliches weiteres Vorgehen einigen. Erst Anfang 1904 kamen sie wieder ins Geschäft. Den Höhenflug der Luftschiffe Zeppelin, der trotz weiterer Rückschläge schließlich einsetzte, und die große Popularität des Grafen, der bis heute zum Inbegriff der Luftschifffahrt wurde, erlebte Carl Berg nicht mehr. Er verstarb 1906.

Doch Bergs Schwiegersohn, Dr. h.c. Alfred Colsmann wurde Geschäftsführer der 1908 von Graf Zeppelin gegründeten Luftschiffbau Zeppelin Gesellschaft mit beschränkter Haftung und leitete das Unternehmen bis 1929. Ab 1906 kamen auch andere Aluminium-Lieferanten zum Zug, doch der Graf arbeitete bis 1915 mit der Carl Berg OHG zusammen.   
 


Wusstest du schon, dass ...

Carl Berg ein Pionier der Aluminium-Verarbeitung war und seine Werke in Lüdenscheid und Werdohl-Eveking zum ersten Zentrum dieser Industrie machte?

… er sein Leben lang vom großen – auch unternehmerischen – Erfolg der Luftschifffahrt träumte?

… er mit Graf von Zeppelin kooperierte, aber auch um die Leitung der gemeinsamen Unternehmungen konkurrierte? 

… Graf von Zeppelin den Unternehmen Carl Bergs über seinen Tod hinaus lange verbunden blieb, z.B. indem er dessen Schwiegersohn Alfred Colsman 1908 zum Geschäftsführer der Zeppelin-Luftschiffbau GmbH machte?

… Alfred Colsman Zeppelins Unternehmen bis 1929 zu einem weitverzweigten Konzern ausbaute?
 


Lüdenscheid anno dazumal

Zu Zeiten Carl Bergs war die Industrialisierung in Lüdenscheid und den umgebenden Tälern in vollem Gange. Der Schwerpunkt der Industrie lag noch auf der Metallverarbeitung, die sich aus den Schmieden früherer Jahrhunderte entwickelt hatte. Ursprünglich hatten die Schmieden das in den Tälern gewonnene Eisen verarbeitet. Nach mehreren Stadtbränden verbannte man sie im 17. Jahrhundert vor die Stadtmauern. Durch neue Verarbeitungsmethoden mit Stanzen und Pressen blieb Lüdenscheid der Metallverarbeitung dennoch treu.

Es wurde zum Zentrum der Knopf-, Schnallen- und Ordenherstellung. Carl Berg etablierte in Lüdenscheid und Umgebung zudem die Aluminiumverarbeitung. Nach der Entwicklung des ersten vollsynthetischen Kunststoffs Bakelit® im Jahr 1905 entstand in der Region Kierspe – Lüdenscheid – Schalksmühle außerdem ein Schwerpunkt der Kunststoffindustrie.  

Übrigens: Zu jener Zeit gab es auch in Lüdenscheid mehrere Kaffeehäuser. Eines davon existiert bis heute: Das Kaffeehaus Weßling in der Hochstraße 1A. 





Hinweis

Die Geschichte bedient sich biografischer Details von Carl Berg und einiger Zeitgenossen. Dennoch sind sie hier Kunstfiguren.

Innerhalb des belegten historischen Rahmens sind Beschreibungen, Handlungen und Situationen der Figuren fiktiv.


Literatur und Quellenangaben

Müller-Wusterwitz, Nikolaj, Die Unternehmen der Familie Berg, Chronik ab 1787, Unternehmenspublikation, Lüdenscheid, 1999

Dr. Berg, Carl, David Schwarz · Carl Berg - Die Anfänge des Zeppelin - Ein Beitrag zur Geschichte der Luftschiffahrt, München, 1926 – Nachdruck in: Lüdenscheider Geschichtsverein e.V. (Hrsg.), Der Reidemeister – Geschichtsblätter für Lüdenscheid Stadt und Land Karl von Holtzbrinck, Ausgabe 118 und 119, Lüdenscheid, 1991

Trox, Eckhard (Hrsg.), Der Traum vom Fliegen – Carl Berg und die Luftschiffindustrie von Lüdenscheid bis Lakehurst, Lüdenscheid, 2000 

Trox, Eckhard, Der unterschätzte Industrielle Carl Berg (1851-1906) – Aluminiumlegierungen, diffizile Geschäftsbeziehungen und Zeppeline, in: Der Märker – Landeskundliche Zeitschrift für den Bereich der ehem. Grafschaft Mark und den Märkischen Kreis, Heft 1/2 2001, S. 57-67, Altena, 2001 

Chant, Christopher, Der Zeppelin – 100 Jahre Luftfahrtgeschichte, Augsburg, 2000

Text: Sabine Schlüter - Die flotte Feder

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