Ein Ort, an dem man
zum Entdecker wird

Burg Altena

Ritter, Knappen, Burgfräulein

Die Burg Altena ist ein echter Publikumsmagnet und nicht nur etwas für neugierige Kinder, sondern auch ein interessantes Ausflugsziel für Erwachsene, die gerne auf Entdeckerreise gehen. Wer eine gewöhnliche Führung erwartet, wird hier „leider“ enttäuscht, denn während eures Rundgangs durch die Burg und das Museum sowie durch den Erlebnisaufzug erwarten euch viele interaktive Stationen, die zum selbst Erkunden anregen. Das Burgrestaurant mit seinem herrlichen Ausblick über das Lennetal lädt euch nach den aufregenden Aktivitäten zur Erholung und Stärkung ein.




Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern, dass meine Eltern mit meiner großen Schwester und mir in unserer Kindheit alle möglichen Burgen abgeklappert und erkundet haben. Als Kind fand ich das immer wahnsinnig aufregend und deswegen war ich gespannt darauf, diese Kindheitserinnerung nun als Erwachsener wieder aufleben zu lassen.

 


Für wen ist der Ausflug zur Burg Altena geeignet?

Der Ausflug ist grundsätzlich für Jung und Alt geeignet, solange man neugierig und wissbegierig ist, gerne entdeckt oder an Geschichtlichem interessiert ist. Besonders für Fotografie-Begeisterte ist die Burg Altena ein echtes Paradies. Hier sind an jeder Ecke schöne Fotokulissen zu entdecken!

Zwar erreicht man die Burg mithilfe des Erlebnisaufzugs auch barrierefrei – da euch der Rundgang durch die Burg jedoch teils steile Treppen auf- und abwärts führt, sollte man dennoch gut zu Fuß sein.


Wie lange sollte man sich für die Burg Altena und den Erlebnisaufzug Zeit nehmen?

Für einen Besuch inklusive Erlebnisaufzug sollte man zwischen zwei und drei Stunden einplanen. Die Länge ist abhängig davon, wie viele Fotos ihr macht, wie viel ihr entdecken wollt, ob ihr euch einen Multimedia-Guide leiht, bzw. eine Führung gebucht habt oder ob und wie lange ihr im Burgrestaurant flaniert.

Wie viel kostet der Eintritt in die Burg Altena und das Drahtmuseum?

Erwachsene bezahlen 6 € für die Besichtigung der Burg und des nahegelegenen Drahtmuseums. Ermäßigten Eintritt erhalten Kinder und Jugendliche bis 17 Jahre, Schüler, Studenten und Menschen mit Behinderung mit amtlichem Ausweis für 3,50 €.

Das Kombiticket, mit dem ihr den Erlebnisaufzug zur Burg nehmen könnt, erhaltet ihr an der Kasse zum Erlebnisaufzug für 9 €, bzw. für 5 € ermäßigt.
 


Wie alt ist die Burg Altena?

Die Burg wurde der Legende nach Anfang des 12. Jahrhunderts von den Grafen von Berg erbaut. Nachdem die Burg ihre einstige Wehrfunktion verloren hatte, verfiel sie sichtlich, bevor sie in den Jahren 1906 bis 1915 umfassend renoviert wurde.




Anreise & Parken

Unsere Autofahrt hat uns morgens aus dem eher hektischen Gelsenkirchen im Ruhrgebiet über die A45 in Richtung Märkisches Sauerland geführt.
Nachdem wir die Ausfahrt Lüdenscheid-Nord genommen haben, sind wir einfach der Beschilderung nach Altena gefolgt.


Gut zu wissen

Die Anreise ist auch unkompliziert mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu meistern. Mindestens einmal pro Stunde fährt ein IC über Dortmund oder Essen, mit dem man Altena innerhalb von eineinhalb Stunden erreicht. Vom Bahnhof aus beträgt der Fußweg zur Innenstadt zehn Minuten und ist gut ausgeschildert.


Auf der Fahrt erwarten euch Felsformationen, die plötzlich aus dem Nichts auftauchen, grüne Landschaften so weit das Auge sehen kann, sowie historische Fachwerkhäuser. Je grüner und ländlicher die Umgebung wurde, desto mehr habe ich als Großstadtkind angefangen, gedanklich zu entschleunigen.

Nachdem uns das letzte Stück der Fahrt entlang der Lenne geführt hat, sind wir schließlich nach einer knappen Stunde Fahrt in Altena angekommen. 

Geparkt haben wir unterhalb der Burg auf einem der zahlreichen Parkplätze entlang der Lenneuferstraße – nur wenige Meter entfernt vom Eingang zum Erlebnisaufzug. Dort ist das Parken kostenpflichtig und auf maximal drei Stunden begrenzt – die Parkgebühren sind im Vergleich zur Großstadt mit 1,20 € für drei Stunden allerdings absolut moderat. 

Zeitlich unbegrenzt und vor allem kostenlos könnt ihr ein Stück weiter die Lenne herunter auf dem Parkplatz „Langer Kamp“ parken. Von dort lauft ihr etwa zehn Minuten zum Eingang des Erlebnisaufzuges.


Der Erlebnisaufzug

Der Erlebnisaufzug verbindet die Innenstadt mit der Burg Altena und erspart euch den rund 15-minütigen Fußweg bergauf.

Sobald man den Erlebnisaufzug durch das „Neue Tor“ am Fuße der Altstadt betritt, kommt einem dieser typische Geruch nach Burg und etwas Rustikalem entgegen, sodass man sich auf Anhieb in die Zeit der Burgherren und Ritter zurückversetzt fühlt. Im Kassenbereich hat man die Möglichkeit Souvenirs zu kaufen oder Flyer zu den Freizeitangeboten mitzunehmen. 

Ausgerüstet mit dem Kombiticket, ging es auch schon los in die Tiefen des Stollens. Auf dieser 90 Meter langen Zeitreise in den Berg hinein erwarten euch sieben Tore, an denen euch über multimediale Panels lustige Wesen, wie der Heilige Einhard, der Zwerg Alberich oder die Stollenfledermaus Burghard fesselnde Geschichten erzählen. Wusstet ihr z.B., dass die Burg ihren Namen aufgrund eines Streits zwischen den zwei Besitzern und dem Grafen von Arnsberg erhalten hat? Dieser Graf besaß in der Nähe ein großes Gebiet und beschwerte sich darüber, dass die Burg „all zu nah“ an seinem Grundstück grenzen würde.

Wenn man alle Stationen durchlaufen hat, erreicht man schließlich den Aufzug, der einen innerhalb von 30 Sekunden 80 Meter in die Höhe führt. Begleitet wird man auch hier wieder von einem virtuellen Ritter, sodass die Fahrt wie im Flug vergeht. Oben angekommen öffnet sich die Tür des Erlebnisaufzugs im oberen Hof der Burg Altena.


Die Burg Altena

In der Burg Altena angekommen erwartet euch ein Burgherr, der prüft, ob ihr etwas auf dem Kerbholz habt und euch gerne bei Fragen behilflich ist. Am besten startet ihr euren Rundgang auf dem unteren Burghof und folgt dann der Beschilderung. Die Stationen sind alle durchnummeriert, sodass man den Überblick behält, wo es zur nächsten Station geht. Ihr habt die Möglichkeit, die Burg selbstständig oder mithilfe eines Multimedia-Guides zu erkunden. Diesen bekommt ihr gegen eine Gebühr von 2,50 € am Kassenhäuschen im Durchgang zwischen unterem und oberem Burghof. Führungen können mit einer Vorlaufzeit von 14 Tagen gebucht werden. Vielleicht eine schöne Idee für den nächsten Betriebsausflug?

Die Burg Altena war das historische Zentrum der Grafschaft Mark und so ist es nicht verwunderlich, dass das Hauptmuseum auf der Burg eben dieser Grafschaft gewidmet wurde. Die Ausstellung reicht von der geologischen Frühgeschichte über das Mittelalter, die Frühe Neuzeit und das Industriezeitalter bis in die Gegenwart. Hier erfahrt ihr, wie die feinen Damen und Herren, aber auch das einfache Volk früher gelebt haben. Dank zahlreicher Inszenierungen mit vielen interaktiven Stationen, an denen historische Figuren wie der Brunnenbaumeister oder ein Drahtzieher wie Geister in Lebensgröße erscheinen, wird es im Rundgang nie langweilig.

Ich persönlich war beeindruckt davon, wie modern und charmant die geschichtlichen Inhalte aufbereitet wurden, sodass man auch als Erwachsener ins Staunen und Schmunzeln gekommen ist. Zum Beispiel werden in einem Ausstellungsraum sage und schreibe 21 Sprichwörter und mittelalterliche Redewendungen mittels ausgestellter Gegenstände bildlich veranschaulicht und mit begleitendem Text erklärt.


Wusstet ihr z.B., dass die alten Musketen Zündschnüre oder Lunten hatten, die man schon vor dem Schuss riechen konnte? Daher kommt also der Begriff „Lunte riechen“ – eine Gefahr frühzeitig erkennen. Dieses und viele andere Sprichworte rutschen einem zwar oft über die Lippen, aber den Ursprung kennt kaum einer.

Die letzte Station führt euch über eine steile Treppe hinab ins kalte Kellergeschoss des Kapellengebäudes in den einstigen Kerker der Burg, wo ihr Objekte wie Daumenschrauben, Richterschwerter und weitere Folterwerkzeuge zu sehen bekommt. Nach diesem schaurig schönen Abschluss unserer Tour haben wir uns umso mehr auf ein Sonnenplätzchen auf der Terrasse des Burgrestaurants gefreut!


Die älteste Jugendherberge Deutschlands

Dank der ersten und ältesten Jugendherberge der Welt, die 1914 eingeweiht wurde, genießt die Burg Altena auch internationale Bekanntheit. Von hier aus hat sich die Jugendherbergsidee des Volksschullehrers Richard Schirrmann weltweit verbreitet. Da die Räumlichkeiten, wie die Schlafräume und die Bauernstube noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten sind, gehören die knarzenden alten Holzböden und die Strohmatratzen einfach dazu. Die Geschichte der Jugendherbergsidee wird einem über ein begleitendes Video nähergebracht. Ursprünglich entstand Schirrmanns Idee bei einer Wanderung, als seine Schulklasse Schutz vor einem Unwetter in einer Schule gefunden hatte.

Auch heute befindet sich in der Vorburg im unteren Burghof eine Herberge der DJH, in der Gäste übernachten können.


Das Burgrestaurant

Last but definitely not least solltet ihr euch auf keinen Fall einen Besuch im Burgrestaurant entgehen lassen. Bei gutem Wetter sichert euch unbedingt einen Platz auf der schönen Außenterrasse, von der aus ihr einen atemberaubenden Blick über das Lennetal und die anliegenden Wälder genießen könnt. 

Auf der Karte findet ihr sowohl Speisen für den großen als auch kleinen Hunger, von denen auch schon die Ritter satt wurden. Es gibt klassische Gerichte, wie Spätzle, Sauerbraten, Bratkartoffeln oder die Ritter Schranke (Pommes Schranke). Auch Vegetarier kommen hier auf ihre Kosten z.B. mit den Zucchinispaghetti oder dem Gemüseschnitzel. Für die Naschkatzen unter uns gibt es Apfelstrudel, Waffeln oder mein persönliches Highlight: eine Candy-Bar!


Fazit

Die Burg ist nicht ohne Grund bis heute ein Publikumsmagnet für große und kleine Besucher. Die interaktiven Stationen wecken den Entdeckergeist in einem. Es gibt Knöpfe zum Drücken, die Videos bzw. Audios aktivieren oder erzählende Sagen-Gestalten an die Wand projizieren, es gibt Schubladen mit Informationen herauszuziehen, Schriften mithilfe eines Spiegels zu entziffern und alte Originalbriefe zu bestaunen. 

Auch für pädagogische Zwecke ist ein Ausflug zur Burg ideal, denn ob als Kindergarten, Seniorengruppe, Betriebs- oder Schulausflug – man kann aus 14 museumspädagogischen Angeboten auswählen. So können die Kleinsten bei einer „Schatzsuche“ auf Entdeckungstour gehen und Erwachsene kommen bei Themenführungen voll auf ihre Kosten.

Oder man macht es eben wie ich und erkundet alle Räumlichkeiten auf eigene Faust – Spaß ist auf jeden Fall garantiert!


Über die Autorin

Ich heiße Jana Eikelmann und studiere Journalismus & PR im vierten Semester an der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen. Ich bin in Bochum geboren und ein echtes Pottkind, wie es leibt und lebt. Ich liebe das Reisen und habe bereits fast jeden Kontinent bereist. Im Rahmen der Projektarbeit meines Studiums darf ich aktuell das Märkische Sauerland erkunden und darüber schreiben.


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